Über mich

Bei einem Strandurlaub im Alter von etwa 12 Jahren baute ich, dem Beispiel meiner spanischen Freundinnen folgend, eine Art Laufsteg aus großen, flachen Steinen, der den  für die Füße so schmerzhaften Weg vom Liegehandtuch über die kleinen Kieselsteine zum Meer erleichtern sollte. Anfangs sahen die Bauten meiner Freundinnen viel schöner aus als meine Baustelle. Ihre Blicke verrieten mir, dass Sie nicht zu verstehen schienen, was ich dort tat. Ich selbst wusste es übrigens auch nicht. Schließlich ging dann aber alles ganz schnell und aus dem scheinbaren Chaos entstand durch das Legen der letzten Steine eine schöne und stabile Treppe. Mir war während des Bauens nicht klar, dass ich eine Treppe und keinen Steg baute. Ich arbeitete einfach vor mich hin und es gab viele Korrekturen. Meine beste Freundin fasste es damals in einem Satz zusammen: Am Anfang hattest du den schlechtesten Weg, doch jetzt ist es der beste geworden. Eine Schlüsselsituation für die Art, wie ich meinen künstlerischen Weg gehe. Immer gibt es viele Fehler und Korrekturen und oft sind es eben die Korrekturen und das Kitten der zerstörten Stellen, die dem Werk erst Leben, Bedeutung und Zeit einhauchen. Der Antrieb für mein künstlerisches Arbeiten kommt aus eben aus dieser Ecke. Es ist im Grunde ein gestaltendes Reparieren, das sich durch meine Arbeiten zieht.
Suzanne van Rissenbeck